Sonnencreme und Lichtschutzfaktor: Was muss ich beachten?

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Sonnencreme ist im Sommer unerlässlich. Ein wirksamer Sonnenschutz mit einem ausreichenden Lichtschutzfaktor verhindert den unangenehmen Sonnenbrand und kann Sie somit auch vor Langzeitschäden wie Hautkrebs bewahren.

Im Bereich der Sonnenschutzmittel haben Sie die Wahl zwischen unterschiedlichen Produkten: Sonnencremes, Sonnensprays oder auch Sonnenöle. Für was Sie sich entscheiden, hängt davon ab, welche Art der Anwendung Sie auf der Haut bevorzugen.

Unterm Strich bleibt entscheidend, dass der Lichtschutzfaktor zu Ihrer Haut passt, damit ein ausreichender Schutz gewährleistet ist. Wir zeigen Ihnen in diesem Beitrag, worauf Sie beim Kauf des Sonnenschutzmittels achten sollten.

Was genau gibt der Lichtschutzfaktor (LSF, im Ausland SPF) eigentlich an?

Der Lichtschutzfaktor wird auf Sonnenschutzmitteln mit LSF abgekürzt. Manchmal finden Sie als Angabe auch SPF. Dies ist die englische Bezeichnung, also Sun Protection Factor. Der Wert des Lichtschutzfaktors gibt an, wie viel länger Sie sich in der Sonne aufhalten können, als ohne Sonnenschutz.

Besonders wichtig ist in diesem Zusammenhang Ihr Hauttyp. Denn je dunkler Ihre Haut ist, desto höher ist der natürliche Eigenschutz gegen Sonnenstrahlung.

Ein einfaches Beispiel: Sie haben helle Haut, deren Eigenschutz bei ca. 15 Minuten liegt. Wenn Sie eine Sonnencreme mit LSF 20 verwenden, können Sie sich ca. 300 Minuten der Sonne aussetzen.

Rechnung: Lichtschutzfaktor multipliziert mit dem Eigenschutz der Haut ergibt die Zeit, die man in der Sonne verbringen kann.

Zur Berechnung multiplizieren Sie also den Eigenschutz Ihrer Haut mit dem Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels und erhalten die maximale Zeit, die Sie in der Sonne verbringen können.

Wenn Sie sich wirklich vor UV-A- und UV-B-Strahlen schützen möchten, gibt es keinen zu hohen Lichtschutzfaktor.

Hier eine Übersicht, welche Eigenschutzzeit Ihre Haut in etwa bietet:

Je nach Hautton besitzen Sie einen unterschiedlichen Eigenschutz gegen Sonnenstrahlung. Personen mit dunkler Haut können sich deutlich länger ohne Sonnenmilch der Sonne aussetzen als helle Hauttypen:

  • sehr helle Haut: ca. 10 Min.
  • helle Haut: ca. 10 bis 20 Min.
  • Mischtyp: ca. 30 Min.
  • bräunlicher Hauttyp: 30 bis 40 Minuten
  • dunkler Hauttyp: ca. 60 Minuten
  • sehr dunkle Haut: ca. 90 Minuten

Was bringt das Nachcremen bei Sonnenschutzmitteln?

Nach dem ersten Eincremen sollten Sie auf ein regelmäßiges Nachcremen achten, damit der Sonnenschutz aufrecht erhalten bleibt. Insbesondere wenn Sie stark schwitzen oder schwimmen waren, sollten Sie sich wieder eincremen, auch wenn die Sonnencreme als wasserfest gilt.

Jedoch können Sie den Schutz durch das Nachcremen nicht verlängern. Es gilt die berechnete Zeit, wie oben beschrieben. Ist diese erst verstrichen, ist Ihre Haut auch mit Sonnencreme nicht mehr geschützt.

Welchen Lichtschutzfaktor sollte Sonnencreme für Kinder haben?

Kleiner Junge mit Strohhut cremt sich ausgiebig mit Sonnencreme ein.

Die Stiftung Warentest empfiehlt einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30, am besten aber 50+ für Kinder. Die Haut von Kleinkindern und Babys ist besonders empfindlich und sollte daher immer mit einem starken Sonnenschutzmittel gegen UV-A- und UV-B-Strahlen geschützt sein.

Generell können Kinder auch Sonnenschutz für Erwachsene verwenden, solange der Lichtschutzfaktor des jeweiligen Produkts hoch genug ist.

Bei der Anwendung des Sonnenschutzmittels kann es von Vorteil sein, wenn es sich besonders leicht auftragen lässt. Denn das Eincremen von Kleinkindern kann sich durchaus schwierig gestalten. Wenn Sie ein Sonnenspray verwenden, sprühen Sie immer in die Hand und nicht direkt ins Gesicht Ihres Kindes.

Wie viel Sonnencreme brauche ich für einen optimalen Schutz der Haut?

Neben dem richtigen Lichtschutzfaktor ist auch die Menge der Sonnencreme entscheidend. Als Faustregel gilt hier: Eine erwachsene Person sollte ca. drei Esslöffel Sonnenschutzmittel verwenden, um den gesamten Körper ausreichend abzudecken. Dies gilt natürlich nicht nur für Cremes, sondern auch für Sonnenmilch, Sonnensprays und Sonnenlotions.

Manchen Arealen Ihres Körpers sollten Sie beim Eincremen besondere Beachtung schenken. So sind die „Sonnenterrassen“ wie Wangen, Nacken, Nase und Schultern besonders stark der Sonne ausgesetzt und können gerne etwas stärker eingecremt werden.

Wie lange hält sich der Sonnenschutz, wenn eine Tube Sonnencreme geöffnet ist?

Sie kennen das sicher: Die Tube Sonnencreme aus dem Jahr zuvor ist noch nicht verbraucht und hütet daher ein stilles Dasein in der Hausapotheke. Die Verlockung ist also groß, die schon vorhandene Creme für das Sonnenbad am See einzupacken.

Bei einer bereits angebrochenen Creme sollten Sie einen Blick auf das Mindesthaltbarkeitsdatum werfen. Wenn kein genaues Datum, sondern zum Beispiel „12 M“ angegeben ist, können Sie das Sonnenschutzmittel nach dem Öffnen noch 12 Monate verwenden.

Ein einfacher Test kann helfen. Überprüfen Sie die Sonnenmilch des Vorjahres auf Geruch und Konsistenz. Wenn sich Letztere verändert hat, also zum Beispiel zu flüssig oder klumpig geworden ist, ist dies ein Indiz, dass dieTube in die Mülltonne wandern sollte. Das Gleiche gilt, wenn die Sonnencreme einen ranzigen Geruch angenommen hat.

Ist eine Tagescreme mit LSF genauso wirksam wie eine Standard-Sonnencreme?

Neben den herkömmlichen Sonnencremes finden Sie in den Regalen der Drogeriemärkte auch immer öfter Tagescremes mit integriertem Lichtschutzfaktor. Aber bieten diese denselben Schutz beim Sonnenbad?

In der Regel schützen auch diese Tagescremes gegen Sonnenbrand, solange sie einen ausreichenden LSF besitzen. Auch hier sollten Sie darauf achten, wie lange Sie sich mit der Creme geschützt in der Sonne aufhalten können und dass Sie eine ausreichende Menge verwenden.

Was ist das richtige Sonnenschutzmittel für mich?

Die Auswahl der Marken ist groß, wenn Sie auf der Suche nach dem richtigen Schutz gegen UV-Strahlen sind. Sie sollten sich vor dem Kauf verschiedene Fragen stellen:

Muss das Sonnenschutzmittel wasserfest sein?

Wenn Sie Ihre Haut auch beim Baden vor der Sonne schützen möchten, ist dies äußerst wichtig. Bei den meisten Produkten ist diese Eigenschaft aber gegeben.

Welche Inhaltsstoffe darf das Produkt nicht enthalten?

Falls Sie allergisch auf bestimmte Substanzen reagieren, sollten diese nicht in den Inhaltsstoffen auftauchen. Manche Marken bieten spezielle Produkte für empfindliche Haut an.

Achten Sie auf den richtigen Filter.

Wenn Sie Ihrer Haut optimalen Schutz bieten möchten, sollte der im Produkt enthaltene Filter sowohl UV-A- als auch UV-B-Strahlen abhalten.

Wie möchten Sie das Produkt auftragen?

Hier hat jeder seine Vorlieben. Manche verwenden lieber eine Sonnencreme, andere bevorzugen Sonnensprays oder Sonnenöle. Sonnensprays sind besonders leicht aufzutragen, können jedoch an windigen Orten schnell verweht werden. Hier ist eine Creme als Produkt flexibler in der Anwendung.

Fazit: Sonnenschutzmittel sind im Sommer unerlässlich

Neben einem herkömmlichen Sonnenbrand und einer beschleunigten Hautalterung entsteht durch die UV-A- und UV-B-Strahlung der Sonne auch die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken.

Nehmen Sie die Risiken eines Sonnenbads also nicht auf die leichte Schulter und setzen Sie Ihre Haut im Sommer nicht ungeschützt der Sonne aus. Insbesondere wenn Sie helle Haut haben, sollten Sie zu einem Sonnenschutzmittel mit besonders hohem Lichtschutzfaktor und einem umfassenden UV-Filter greifen. Achten Sie darauf, sich ausreichend einzucremen und regelmäßig nach zu cremen. Ihre Haut wird es Ihnen danken.