Das Immunsystem: Wie funktioniert das eigentlich?

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Die Komplexen Abläufe des Immunsystems sind noch recht unerforscht und nicht genau bekannt. Doch können wir mit einfachen Methoden in unserem Alltag das Immunsystem stärken und unterstützen, um für weitaus weniger jährliche Erkrankungen zu sorgen und um auch im Alter länger fit zu bleiben. Wie wir dies bewerkstelligen können, berichten wir für Sie in diesem Artikel.

Was kann das Immunsystem? Wie können wir es dabei unterstützen?

Um unsere Gesundheit zu stärken, ist es wichtig, zu verstehen, wie das Immunsystem funktioniert. Im ganzen Körper arbeiten Drüsen und Mechanismen, die den Körper gegen Viren, Bakterien, Pilze und andere körperfremde Stoffe verteidigen. Der Körper bedient sich manchmal selbst auch solcher Stoffe, wie Mikroorganismen und Bakterien, um sich zu schützen. So befindet sich auf der Haut, im Darm und dem restlichen Verdauungssystem eine regelrechte Fülle von Bakterien, die eine Umgebung schaffen, in der sich Krankheitserreger nicht wohlfühlen.

Was können wir nun tun, um diese Abwehr so gut es geht zu unterstützen? Mit diesen einfachen Tipps unterstützen Sie Ihr Immunsystem und bleiben Fit und gesund:

  • Achten Sie auf Ihre Ernährung. Damit Ihr Körper und das Immunsystem funktionieren, brauchen Sie Nährstoffe, wie Vitamine, Mineralstoffe sowie auch Fette, Eiweiße und Kohlenhydrate.
  • Eine gesunde und ausgewogene Ernährung fördert zudem die Darmflora. Darmbakterien sind von der zugeführten Nahrung abhängig und können nur unter den besten Voraussetzungen den Darm schützen.
  • Bewegung und Sport aktivieren das Immunsystem und halten den Körper fit. Denn die Immunabwehr fängt bereits auf der Haut an.
  • Impfungen trainieren Ihr Immunsystem und bereiten den Körper auf bestimmte Krankheitserreger vor. So können diese schnell bekämpft werden.
  • Die wichtigste Erkenntnis lautet allerdings: Vertrauen Sie Ihrem Körper! Viele Hürden nimmt der Körper auch ganz ohne Hilfe.

Eine Reise durch das menschliche Immunsystem

Das lymphatische System ist der Ausgangspunkt unserer Immunabwehr, welches vorrangig aus dem Knochenmark, den Thymus und den Lymphsystemen besteht. Hier tummeln sich die verschiedenen weißen Blutkörperchen, die für unsere Immunabwehr unterschiedlichste Aufgaben bewältigen. Zum einen gibt es die Makrophagen, die sogenannten Fresszellen. Diese fressen regelrecht die Viren und Bakterien auf und zersetzen diese. Zusammen mit den Granulozyten, welche direkt die Angreifer attackieren, wird das angeborene Immunsystem gebildet. Die Lymphozyten, die in B- und T-Lymphozyten unterteilt werden, bilden das erworbene Immunsystem, welches wir trainieren können.

Angeborenes Immunsystem

Fresszelle im blut
Fresszelle im Blut

Das angeborene Immunsystem ist die erste Phase der Abwehrreaktion des Körpers. Hierzu zählen viele Aufgaben, die auf den ersten Blick nicht erkennbar sind. In verschiedenen Organen des Körpers gibt es physikalische, chemische und biologische Mechanismen, um Krankheitserreger vom Körper fern zu halten. Die Haut zum Beispiel ist ein riesiges Schutzorgan, was den Körper nach außen hin abgrenzt. Zusätzlich gibt es im Körperinneren Schleimhäute und Flimmerhärchen, die uns täglich schützen und Krankheitserreger fernhalten.

Schafft es ein Krankheitserreger dennoch in unseren Körper, muss dieser erst einmal durch unseren Mund, den Magen oder die Lunge. Der Speichel im Mund hat die Eigenschaft Bakterien und Viren aufzuspalten und im Magen schützt uns die Magensäure vor Gefahren. Die Lunge hat ein ausgeklügeltes System aus Flimmerhärchen und Schleimbildung, um Krankheitserreger in den Magen abzutransportieren. Das Blut hat die weißen Blutkörperchen: Granulozyten und Fresszellen, die den Kern des Immunsystems bilden.

Erworbenes Immunsystem

Unser Immunsystem besitzt ein Gedächtnis, welches bemerkenswert ist. Spezifische Strukturen (Antigene) der Krankheitserreger werden gespeichert und bei einem erneuten Befall mit dieser Krankheit kann bereits frühzeitig dagegen vorgegangen werden. Man spricht von einer Immunisierung des Körpers gegen einen bestimmten Krankheitserreger, sobald eine Krankheit dadurch nicht erneut ausbrechen kann.

Das erworbene Immunsystem wird mit den Jahren antrainiert und existiert zum Zeitpunkt der Geburt noch nicht. Eine Impfung trainiert z. B. das erworbene Immunsystem. Dabei werden Krankheitserreger in abgeschwächter Form verabreicht, so kann der Körper gegen Krankheiten Antikörper bilden und sich immunisieren. Allerdings ist es vom Typ des Krankheitserregers abhängig. Grippeviren verändern sich schnell und stark, weshalb der Impfstoff jedes Jahr angepasst wird. Daher ist eine jährliche Impfung zu empfehlen.

Illustration einer Viruszelle
Viren werden speziell ins Visier genommen

Lymphozyten sind unsere Spezialisten, wenn es um die Immunabwehr geht. B-Lymphozyten bilden Antikörper, die fremde Strukturen in den Zellen entdecken und binden. Dabei gibt es fünf verschiedene Arten von Antikörpern. Jeder Antikörper passt nur zu bestimmten Antigenen und verbindet sich mit diesen. So wird die Aktivierung von Krankheitserregern verhindert, Gifte neutralisiert oder die Zerstörung durch Fresszellen erleichtert.

Auf der anderen Seite sind T-Lymphozyten die Organisatoren im Immunsystem. Sie steuern B-Lymphozyten und Fresszellen über Botenstoffe und geben Ihnen die Aufgabe Krankheitserreger zu neutralisieren. Sie selbst können aber auch zu zytotoxischen Zellen gewandelt werden, die die Krankheitserreger direkt töten. Insgesamt gibt es drei Arten von T-Lymphozyten, die unterschieden werden in: T-Helferzellen, T-Killerzellen und T-Suppressorzellen.

Der Darm: ein wichtiges Organ im Abwehrmechanismus des Körpers

Eine besondere Aufgabe bei der Immunabwehr wird dem Darm zugeordnet. Das liegt vor allem daran, dass eine Zunahme von Lebensmitteln und unfreiwillig auch die Zunahme von Krankheitserregern erfolgt. Trotz der Barrieren von Speichel, Magensäure und Schleimhäute gelangen dennoch Krankheitserreger in den Darm. Deshalb ist der Darm stark geschützt durch eine eigene Darmflora, ein eigenes Immunsystem und eine dichte Darmschleimhaut. Diese drei bilden die Darmbarriere für Krankheitserreger.

Die Darmflora: Geduldet, gesund und geschätzt

Darmflora, detaillierte Darstellung
Illustration der Darmflora

Die Darmflora ist ein wichtiger Bestandteil der Schutzfunktion des Darms. Der körpereigene Bakterienstamm im Darm konkurriert mit Krankheitserregern um Nahrung und Platz und sondert Stoffe ab, die antibakteriell wirken. Die Darmflora besteht überwiegend aus Bakterien, die vom Immunsystem geduldet werden. Die bekanntesten unter ihnen sind: Lactobacillus, Streptococcus, Eubacterium, Bifidobacterium und Bacteroides.

Immunsystem Darm

Neben der Darmflora und der Darmschleimhaut, die als Barriere für Mikroorganismen dienen, gibt es das darm-assoziierte Immunsystem. Dieses beherbergt rund 70 % der Immunzellen des Körpers. Die Aufgabe ist es, Krankheitserreger zu bekämpfen und dabei nützliche Bakterien zu unterscheiden und zu dulden. Es steht in direkter Verbindung mit dem Lymphsystem, welches den Darm mit dem restlichen Immunsystem verbindet.

Das Immunsystem unterstützen

Das Immunsystem benötigt dennoch Unterstützung von außen. Mit wichtigen Nährstoffen wie Vitaminen und Spurenelementen sowie Nährstoffen wird das Immunsystem in der Aktivität direkt und über Stoffwechselreaktionen gestärkt. Antioxidantien wie Vitamin C oder Zink schützen Zellen vor oxidativen Stress, indem sie freie Radikale binden. Freie Radikale sind hochreaktive Stoffwechselendprodukte, die Zellen schädigen. Unser Körper kann nur bedingt darauf reagieren.

Fazit

Haben Sie Vertrauen zu Ihrem Körper und Ihrem Immunsystem. Leichte Krankheiten fördern und trainieren das Immunsystem. Doch achten Sie darauf Ihr Immunsystem nicht zu schwächen. Zu häufige Krankheiten deuten darauf hin, dass Ihr Immunsystem nicht so funktioniert, wie es sollte. Ernähren Sie sich bewusst und achten Sie darauf genügend Antioxidantien aufzunehmen. Auch der Darm sollte bei der Ernährung nicht vernachlässigt werden, denn es ist eines der wichtigsten Organe, um uns vor Infektionen zu schützen.