Fasten – was passiert im Körper?

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Fasten ist sowohl ein kulturelles als auch evolutionäres Phänomen. Christen fasten traditionell 40 Tage nach der Karnevalszeit, Muslime 29 bis 30 Tage während des Ramadans. Biologisch betrachtet ist es ganz natürlich, dass der menschliche Körper nicht durchgehend drei Mahlzeiten pro Tag erhält. Unsere Vorfahren mussten teils lange Zeitspannen ohne feste Nahrung zubringen.

Aber das Fasten sollte nicht mit einer Diät verwechselt werden, denn es geht hier nicht primär um einen Gewichtsverlust. Vielmehr stellt sich der Stoffwechsel um und baut teils schädliche Produkte im menschlichen Körper ab.

Fasten geht an die Energiereserven

Wenn dem Körper nur noch ein vermindertes Maß an Kalorien zugeführt wird, beginnt der Stoffwechsel, auf die Energiespeicher Zucker, Fett und Eiweiße zurückzugreifen. Der gespeicherte Zucker wird zuerst abgebaut. Die Reserven hierfür reichen in der Regel jedoch nur für 24 Stunden. Anschließend geht es an die Proteine. Hiervon dürfen allerdings nicht zu viele abgebaut werden, da es sonst zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen kann.

Das wichtigste Reservoir sind jedoch die Fetteinlagerungen. Der Körper beginnt nach ca. 4 Tagen des Fastens, das Fett zur Energiegewinnung zu verbrennen. Das Fettgewebe eines erwachsenen Mannes mit 70 Kilogramm Körpergewicht reicht theoretisch, um genug Energie für ca. 3 Monate ohne Nahrung zu liefern. Dies möchten wir Ihnen an dieser Stelle aber nicht als Fasten empfehlen.

Diese gesundheitlichen Vorteile kann Fasten bieten

Die gesundheitliche Wirkung von Fastenkuren wurden bisher nicht ausreichend in repräsentativen Studien belegt. Es gibt jedoch Beobachtungen, dass Fasten positive Effekte bei Rheuma-Patienten zeigt. Entzündungsprozesse gehen zurück und Schmerzen des Bewegungsapparats können gelindert werden.

Ein weiterer Vorteil ist, dass der Blutdruck durch die Ernährungsumstellung gesenkt wird. Auch nach dem Ende des Fastens besteht die Möglichkeit, dass die Blutdruckwerte sich in einem gesünderen Bereich bewegen.

Weitere Studien liefern Hinweise, dass Kurzzeitfasten eine Hilfe für Krebspatienten sein kann. Es besteht die Möglichkeit, dass eine Chemotherapie besser verträglich wirkt, da gesunde Zellen vor der Toxizität geschützt werden. Im Gegenzug können durch das Fasten Tumorzellen anfälliger für eine zytotoxische Behandlung werden. Aber auch hier fehlen Langzeitstudien, die diese Effekte eindeutig belegen.